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Michael Vogt im Gespräch mit Daniel Ebner.

Der weltweite Saatgutmarkt heute wird nach Belieben von ein paar wenigen Großkonzernen wie Monsanto oder Syngenta beherrscht. Die Agrogiganten drängen scheinbar großzügig den Ärmsten dieser Welt ihr ertragreiches Gentechgetreide auf – anfänglich oft zu Spottpreisen. Seit jeher bewährte, einheimische Natursorten in Drittweltländern drohen auf diese Weise für immer verdrängt zu werden und auszusterben.

Doch schon bald wird die Falle zuschnappen. Künftig soll modernes Saatgut im Labor nämlich gentechnisch «unfruchtbar» gemacht werden. Diese sogenannten «Terminator»-Samen sind derart manipuliert, daß sie nach der ersten Ernte «Selbstmord» begehen – außer sie werden mit Hilfe von teuren Chemikalien «reaktiviert». Entsprechend patentierte Technologien lagern bereits fix und fertig in den Schubladen der Agromultis. Die Folge: Bauern können Teile ihrer Ernte für die Aussaat im kommenden Jahr künftig nicht mehr wie seit Jahrtausenden gewohnt zurückbehalten – sondern müssen nun beim Hersteller gegen teures Geld jedes Jahr neues Saatgut bzw. die dazu notwendigen Chemikalien erwerben.

Das müßte nicht sein: Ende der 80er Jahre gelang zwei Schweizer Forschern beim Pharmariesen Ciba-Geigy eine sensationelle Entdeckung, welche die Landwirtschaft revolutionieren könnte. In Laborexperimenten hatten Guido Ebner und Heinz Schürch Getreide und Fischeier einem elektrostatischen Feld ausgesetzt – also einem simplen Hochspannungsfeld, in dem kein Strom fließt. Das überraschende Resultat: Wachstum und Ertrag konnten auf diese Weise massiv gesteigert werden. Pflanzen, die in dieser Geschwindigkeit heran wachsen, brauchen Schädlinge selbstverständlich kaum mehr zu fürchten. Gleichzeitig wuchsen so völlig überraschend «Urzeitformen» heran, die (eigentlich) längst ausgestorben sind und z. T. nur noch in Versteinerungen zu finden sind.

Der Pharmakonzern patentierte das revolutionäre Verfahren – und unterband die Forschung. Warum? Weil «Urgetreide» aus dem Elektrofeld im Gegensatz zu modernen Saatgutzüchtungen kaum Pestizide benötigt – also Pflanzenschutzmittel, wie sie Ciba damals vorrangig vertrieb. Die Entdeckung geriet in Vergessenheit – ohne daß die Wissenschaftsgemeinde von ihr Notiz nahm.

Durch diese Entdeckung könnte nicht nur das globale Ernährungsproblem mit einer äußerst einfachen Methode gelöst werden, auch der Einsatz von Gentechnik und Pestiziden wäre zur Ertragssteigerung nicht mehr lohnend.

Daniel Ebner, der Sohn des Forschers Guido Ebner, kann jetzt nach 20 Jahren die Forschung seines verstorbenen Vaters fortsetzen.