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Michael Vogt im Gespräch mit dem amerikanischen Wissenschaftspublizisten F. William Engdahl

Wahrscheinlich hat kaum jemand jemals von der Brüsseler EU-Behörde gehört, die für unsere «Lebensmittelsicherheit» verantwortlich ist. Das scheint den Verantwortlichen auch ganz recht zu sein, denn bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit scheinen skandalöse Interessenkonflikte zu herrschen, beispielsweise finanzielle Bindungen an Organisationen, die von den großen GVO-Agrobusinesskonzernen finanziert werden. (GVO=Gentechnisch veränderter Organismus).

Wissenschaftliche Integrität und Unabhängigkeit von der billionenschweren weltweiten Agrobusinesslobby sind unabdingbar, wenn jemand eine derart lebenswichtige Verantwortung übernimmt, wie sie den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats der EFSA obliegt. Jetzt gibt es jedoch handfeste Beweise dafür, dass es um die wissenschaftliche Ethik bei den EFSA-Mitgliedern kaum besser bestellt ist als bei der Wissenschaftlichen Expertengruppe der Weltgesundheitsorganisation WHO, die – wir erinnern uns – für den weltweiten Schwindel mit der Schweinegrippe-Pandemie verantwortlich war, den die Pharmaindustrie mit ihrer Hilfe verbreitet hat. Korruption in der Wissenschaft ist nicht neu, doch sie scheint eine alarmierende neue Dimension einzunehmen, da in finanzieller Hinsicht immer mehr auf dem Spiel steht.

Daß dabei mit Kritikern der genmanipulierten Produkte so umgegangen wird, wie man es sonst Terroristen zuschreibt, zeigt die weitere Dimension des Skandals: Der berüchtigte Agrobusiness-Konzern Monsanto hat den nicht minder berüchtigten privaten US-Sicherheitsdienstleister Blackwater angeheuert – genau die Firma, der neben anderen Verbrechen zur Last gelegt wird, 2007 wahllos 17 irakische Zivilisten getötet zu haben. Monsanto hat Blackwater 2008 angeheuert – auf dem Höhepunkt der Skandale und Enthüllungen, denen zufolge Blackwater als skrupellose Killertruppe operiert, und dafür auch ehemalige Angehörige der CIA und der Special Forces einsetzt. Wenn Monsanto ehemalige CIA-Agenten anheuert, dann ist es dem Unternehmen absolut ernst damit, seine tödlichen Produkte zu verkaufen. Doch damit diskreditiert sich die Firma, die in Deutschland ein Joint Venture mit der BASF betreibt, nur noch weiter. Die Firma Monsanto hat uns Agent Orange, die PCBs, rBST, DDT und Aspartam beschert – und jetzt auch noch Auftragskiller …

Daß es sich bei GVO-Ware um gesundheitlich schädliche Produkte handelt, ist inzwischen klar: Eine neue wissenschaftliche Studie bestätigt, wovon viele seit Langem überzeugt sind: das weltweit meistverbreitete chemische Herbizid «Roundup» der Firma Monsanto ist giftig und bedeutet eine Gefahr für den menschlichen und tierischen Organismus. Die Ergebnisse belegen in alarmierender Weise, dass Monsanto und die GVO-Agrobusiness-Industrie systematisch die Unwahrheit über die Sicherheit von Roundup gesagt haben. Bereits in weit geringeren Konzentrationen als denjenigen, die üblicherweise in der Landwirtschaft zur Anwendung kommen, steht Roundup in Verbindung mit Missbildungen. Die gesundheitlichen Folgen sind unabsehbar. Alle auf dem Markt befindlichen führenden GVO-Feldfrüchte sind heute gentechnisch so verändert, dass sie das Herbizid Roundup »tolerieren«.

Ein offiziell im Auftrag der österreichischen Regierung durchgeführter Langzeit-versuch an Mäusen hat bestätigt, dass die Fütterung der Tiere mit gentechnisch verändertem (GVO-) Mais zu einer ernsthaften Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit oder Fortpflanzungsgesundheit führen kann. Das Ergebnis bestätigt die Resultate mehrerer Studien, die in Rußland und andernorts durchgeführt worden sind, und die allesamt auf die verborgenen Gefahren der GVO in der Ernährung von Mensch und Tier hingedeutet hatten.

Die Fütterung mit einer von dem amerikanischen Unternehmen Monsanto hergestellten gentechnisch veränderten Maissorte führte zu eingeschränkter Fruchtbarkeit und geringerem Körpergewicht, so die Ergebnisse der Studie. Nach Aussage von Professor Jürgen Zentek, dem verantwortlichen Leiter der Studie, gibt es eine direkte Verbindung zwischen der gesunkenen Fruchtbarkeit und der GVO-Fütterung; Mäuse, die mit nicht gentechnisch verändertem Mais gefüttert wurden, zeigten höhere Fruchtbarkeitsraten.

 

F. William Engdahl
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