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Robert Vogel im Gespräch mit Michael Vogt über Probleme und Gefahren der Datengier staatlicher, industrieller und geheimdienstlicher Kräfte und den Ausweg daraus.

In der Publikation «Die Datenfresser» werden das neue Zeitalter und seine Gefahren auf den Punkt gebracht: «Unser Leben wird im Bits und Bytes gespeichert, ob wir wollen oder nicht. Wir telefonieren, lesen und schreiben digital, unsere Musik und unsere Bilder sind auf Festplatten gespeichert, der Großteil unserer Nachrichten stammt aus Online-Quellen. Unser Mobiltelefon kann verraten, wo wir gerade sind, und unsere «Freunde» bei Facebook & Co. erfahren alles über unseren Alltag. Egal, was und wo wir arbeiten, es gibt praktisch keine Tätigkeit mehr, die keine Datenspuren hinterläßt.

Wichtig für das Verständnis der digitalen Welt ist, die finanziellen Mechanismen zu durchschauen, um die daraus resultierenden Motivationen der Menschen und Institutionen erkennen zu können. Wer profitiert davon, wenn sich die sozialen Normen in Richtung weniger Datenschutz und hin zu mehr «digitaler Nacktheit» verschieben? Schnell stellt sich bei genauerem Hinsehen heraus, daß die lautesten Beschwörer des «Endes der Privatsphäre» die größten Profiteure dieser propagierten Entwicklung sind. Die Bewertungsmechanismen für Internetfirmen belohnen Innovation vor allem in einem Gebiet: den Nutzern immer mehr Informationen zu entlocken, sie auf den Plattformen zu halten und alle ihre Freunde einzuladen. Entsprechend agieren auch die Betreiber und ihre Eigentümer: Ob Google oder Facebook, gepriesen wird eine Illusion von Freiheit durch Datenfreigiebigkeit. Zum Wohle des Unternehmenswertes werden menschliche Grundnormen wie die Achtung der Privatsphäre oder die Diskretion zerrüttet.

Und welcher Antrieb steckt hinter der raumgreifenden Speichergier des Staates? Flächendeckend soll unser Kommunikationsverhalten gespeichert werden, mit der vagen Begründung, daß man die Daten ja eventuell mal zur Strafverfolgung benötigen könnte. Durch die biometrische Erkennung macht die Datengier inzwischen nicht mal mehr vor unseren Körpern halt. Die neuen Techniken treten schleichend in unser Leben, wie zum Beispiel die an eine erkennungsdienstliche Behandlung erinnernde Prozedur auf den Meldeämtern, wenn wir einen Paß beantragen. Sie gilt inzwischen fast als selbstverständlich. Auch der Führerschein enthält seit 2008 ein biometrisches Photo. Fragen Sie nicht, warum. Es ist irgendwas mit «Sicherheit». Damit, daß die politischen Entscheidungsträger, die Minister und Staatssekretäre, die als Verantwortliche die Beschlüsse genehmigt haben, mittlerweile lukrative Aufsichtsrats- und Beraterverträge in der Sicherheitsindustrie haben, hat es natürlich ganz sicher nichts zu tun.»

Im Einzelnen werden im Gespräch mit dem Internet- und (wirklichen!) Datenschutzexperten, Robert Vogel, angesprochen:

  • Sie kommen nicht von Facebook los?
  • Facebook-Account löschen
  • Festplatten löschen
  • Wie anonym surfen Sie?
  • Gastfreundschaft in «sozialen Netzwerken»
  • sich nicht mehr länger ausspionieren zu lassen
  • Bezahlen Sie nicht mit Ihrem guten Namen
  • Datenherrschaft und Pseudonyme
  • Mobilnummer nicht immer rausrücken
  • Paßwörter – Ein Lied ist nicht nur zum Singen da

Die gute Nachricht ist, daß wir nicht wehrlos sind gegenüber der Informationsmagie und -gier, daß wir unser Schicksal in die eigene Hand nehmen können und Entwicklungen keineswegs zwangsläufig sind. Robert Vogel stellt eine neue Box und Software vor, die es den gierigen Datenfressern von Staat, Wirtschaft und Geheimdiensten zumindest extrem schwer, langwierig und teuer macht, uns auszuspionieren. Näheres mehr beim Alpenparlament.